Frauen mit Behinderung bringen Fachkompetenz, Innovationskraft und Unternehmergeist mit. Dennoch stoßen sie im Berufsalltag häufig auf strukturelle Hürden und gesellschaftliche Vorurteile.
Sie erleben nicht selten eine doppelte Benachteiligung – aufgrund ihres Geschlechts und aufgrund einer Behinderung.
Die Realität zeigt sich unter anderem in:
- geringerer Erwerbsbeteiligung,
- überdurchschnittlich häufiger Teilzeit- oder geringfügiger Beschäftigung,
- besonderen Herausforderungen bei der Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Gesundheit,
- fehlenden barrierefreien oder geschlechtersensiblen Qualifizierungsangeboten,
- mangelnder Sichtbarkeit sowie fehlenden frauenspezifischen Netzwerken und Mentoring-Angeboten.
Umso wichtiger sind Initiativen, die Mut machen, Räume öffnen und echte Teilhabe ermöglichen.
Gamechanger Inklusion – Potenziale erkennen, Unternehmen stärken
Am 26. Februar 2026 brachte der 3. Fach- und Arbeitskräftesummit in der Region Aachen unter dem Titel „Gamechanger Inklusion – Potenziale erkennen, Unternehmen stärken“ zentrale Akteur*innen aus Wirtschaft, Arbeitsmarkt und Gesellschaft zusammen.
Ziel der Veranstaltung war es, Inklusion als echten Erfolgsfaktor für Unternehmen sichtbar zu machen und konkrete Wege aufzuzeigen, wie vielfältige Potenziale erkannt und gefördert werden können.
Das Kompetenzzentrum Frau und Beruf Region Aachen im RAZV setzte dabei einen klaren Schwerpunkt: Frauen mit Behinderung im Arbeitsleben. Eine Zielgruppe, deren Kompetenzen noch immer zu wenig wahrgenommen werden.

© Foto: Christian van’t Hoen
Vorgestellt wurde als Best Practice das Projekt: found it e.V. – Gründen mit Behinderung von Amrei Feuerstack, found it e.V. / Projekt „Gründen mit Behinderung“
Ziel war es, den Blick für die spezifischen Bedarfe dieser Zielgruppe zu schärfen und gleichzeitig ihre vielfältigen Kompetenzen in den Mittelpunkt zu rücken.
Amrei Feuerstack ist Gründerin mit Behinderung, erste Vorsitzende des Vereins found it e.V. und leitet das Projekt „Gründen mit Behinderung“.


© Fotos: Christian van’t Hoen
Amrei Feuerstack beschreibt sich selbst als Inklusionsaktivistin im Herzen – mit einem klaren Ziel: Selbstwirksamkeit, Empowerment und echte Inklusion.
In ihrem Beitrag stellte sie das landesweite Programm „Gründen mit Behinderung“ vor, das inklusive Start-ups und sogenannte Inklupreneurinnen* in Nordrhein-Westfalen unterstützt. Das Projekt begleitet Menschen mit Behinderung auf dem Weg in die Selbstständigkeit und stärkt sie durch Beratung, Qualifizierung, Vernetzung und Sichtbarkeit.
Darüber hinaus gab Amrei Feuerstack persönliche Einblicke in ihren eigenen beruflichen Werdegang. Sie sprach offen über:
- ihren Einstieg ins Berufsleben,
- erfahrene Barrieren,
- individuelle Lösungswege und unterstützende Strukturen,
- sowie über Erfolgsbeispiele von Gründerinnen mit Behinderung.
Abschließend gab sie Motivation und konkrete Handlungsempfehlungen sowohl für Frauen mit Behinderung, die ihren beruflichen Weg selbstbestimmt gestalten möchten, als auch für Arbeitgeber*innen, die inklusive Arbeitsstrukturen aktiv voranbringen wollen.
Ziele des Programmpunktes
Sichtbarkeit von Frauen mit Behinderung im Arbeitsleben stärken
- Positive Beispiele und berufliche Chancen aufzeigen
- Arbeitgeber*innen für Potenziale und Bedarfe sensibilisieren
- Austausch, Vernetzung und gegenseitiges Lernen ermöglichen
Inklusion ist kein Zusatz, sondern ein Wettbewerbsvorteil. Unternehmen, die Vielfalt strategisch fördern, sichern sich nicht nur Fachkräfte, sondern gestalten eine zukunftsfähige Arbeitswelt.
Wenn Barrieren abgebaut und Potenziale erkannt werden, profitieren alle, Frauen, Unternehmen und die gesamte Region.
Wir danken Frau Feuerstack für ihren inspierenden und mutmachenden Impuls!