Prepared for Tomorrow: Innovationskonferenz 2026 bringt starke Netzwerke für eine resiliente Region zusammen
Wie können wir uns heute besser auf die Krisen von morgen vorbereiten? Unter dem Motto „PREPARED FOR TOMORROW – Innovationen für eine resiliente Region“ brachte die Innovationskonferenz 2026 des Projekts Care for Sustainable Innovation (CSI) am 17. September im Neuen Kurhaus Aachen 250 Expert*innen und Entscheider*innen aus Gesundheitsversorgung, Wissenschaft, Wirtschaft, Technologie, Katastrophen- und Bevölkerungsschutz, Rettungswesen, Kommunen und der Euregio zusammen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie die Innovationskraft und die starken Netzwerke der Region Aachen genutzt werden können, um Strukturen und Systeme widerstandsfähiger, vernetzter und anpassungsfähiger zu gestalten, denn Krisenfestigkeit wird zunehmend zu einem Standortfaktor.
Den Auftakt machten Dr. Ralf Nolten, Landrat Kreis Düren und Dieter Begaß, Fachbereichsleiter Wirtschaft, Wissenschaft, Digitalstadt und Europa Stadt Aachen.
„DIE sollen sich kümmern? DIE sind wir alle.“
Dieter Begaß
„In Krisen musst du Köpfe kennen.“
Dr. Ralf Nolten
In seiner Keynote „Innovation im Ernstfall“ stellte der Sachbuchautor, Speaker und Podcaster der Bundesagentur für Sprunginnovationen Dr. Thomas Ramge die Frage in den Mittelpunkt, welche Rolle Forschung, Technologie und regionale Innovationscluster spielen, wenn Regionen auch unter schwierigen Bedingungen handlungsfähig bleiben müssen.
In fünf Panels wurde die Frage der Krisenfestigkeit aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Dabei reichte das Themenspektrum von Krisenstab, Ehrenamt und überregionaler Zusammenarbeit über Dual-Use-Technologien und neue Ansätze für eine sichere Gesundheitsversorgung bis hin zu mobiler Medizin und grenzüberschreitender Kooperation in der Euregio.
Expert*innen aus Gesundheitsversorgung, Katastrophenschutz, Technologie, Wirtschaft und regionaler Zusammenarbeit diskutierten, welche Strukturen bereits funktionieren, wo noch Handlungsbedarf besteht und welche innovativen Lösungen dazu beitragen können, die Region langfristig krisenfester aufzustellen.
Unter der Moderation von Prof. Dr. Stefan Beckers diskutierten Philipp Allwißner, Karlheinz Eismar, Dr. Barbara Kowalzik und Dr. Philipp Föhr im Panel „Krisenstab, Ehrenamt und überregionale Kooperation“ darüber, wie Bevölkerungsschutz und Krisenbewältigung angesichts zunehmender und länger andauernder Krisen organisiert werden können. Als zentrale Zukunftsaufgaben wurden der Aufbau gesellschaftlicher Resilienz, die Stärkung des Ehrenamts, eine ausfallsichere Kommunikation sowie die Entwicklung eines flexiblen und möglichst krisenfesten Ressourcenmanagements benannt.
Ulla Thönnissen, Dr. Stephan Recher, Prof. Dr. Peter Dahmann, Maurice Herben und Enno Dülberg befassten sich unter der Moderation von Malvine Klecha mit Dual-Use-Technologien, die Potenziale von KI, Robotik, autonomen Systemen, Sensorik und weiteren Zukunftstechnologien für Sicherheit und Standortentwicklung. Dabei hat es Ulla Thönnissen zusammengefasst:
„Die Region Aachen verfügt mit ihrer exzellenten Forschungslandschaft, innovativen Unternehmen und starken Netzwerken über beste Voraussetzungen, Zukunftstechnologien für Sicherheit und Verteidigung zu entwickeln. Dual-Use bedeutet für uns, technologische Innovation verantwortungsvoll für zivile und sicherheitsrelevante Anwendungen nutzbar zu machen.“
Ulla Thönnissen
Das dritte Panel mit Prof. Dr. Peter Bradl, Prof. Dr. Dieter Moormann, Prof. Dr. Martin Mücke und Dr. Carina Barbosa Pereira, moderiert von Dr. Andreas Follmann, widmete sich der Frage, wie Telemedizin und neue Versorgungskonzepte das Gesundheitswesen auch in Krisen resilient und handlungsfähig halten können. Am Ende stand weniger eine einzelne technische Lösung als eine gemeinsame Erkenntnis: Technologie allein macht noch kein System resilient. Es braucht Menschen, die sie einsetzen können, funktionierende Strukturen, geeignete Infrastruktur, Finanzierung und politische Rahmenbedingungen. Oder, wie es in der Diskussion deutlich wurde: Technologie muss auf den Menschen treffen.
Im vierten Panel stand mit Robert Beerwerth, Dr. Norman Pfeiffer, Dr. John Galligan und Maximilian Rütten, moderiert von Dr. Mark Verjans, die mobile Versorgung im Mittelpunkt: Wie können digitale und technische Innovationen medizinische Leistungen auch dort verfügbar machen, wo klassische Strukturen an ihre Grenzen stoßen?
Die euregionale Perspektive wurde in Panel 5 beleuchtet. Dr. Raymund Heiliger, Dr. Gerhard Gudergan, Martine Rousseau und Samuel Deneffe diskutierten unter der Moderation von Matthias Kindel darüber, wie Unternehmen in der Euregio Maas-Rhein besser vernetzt und auf grenzüberschreitende Krisen vorbereitet werden können.
Krisen, Katastrophen und Konflikte stellen die Gesundheitsversorgung vor besondere Herausforderungen.
Dr. Barbara Kowalzik, Leiterin des Gesundheitsamts Kreis Düren, geht der Frage nach, wie die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung in solchen Ausnahmesituationen sichergestellt werden kann und welche strukturellen Herausforderungen dabei bestehen.
Im Anschluss richtet Heiko Jansen, Regionaldirektor Aachen – Düren – Heinsberg bei der AOK Rheinland/Hamburg, den Blick auf die Rolle der Krankenkassen im Katastrophenfall und zeigt auf, welchen Beitrag sie in Krisensituationen leisten können.
Einen außergewöhnlichen Perspektivwechsel bot Dr. Insa Thiele-Eich. Die Meteorologin, Wissenschaftlerin und angehende Astronautin nahm die Teilnehmenden mit in die Welt des Astronautentrainings. Unter dem Titel „Resilienz aus dem All“ zeigte sie, was sich aus der Vorbereitung auf Extremsituationen für den Umgang mit Krisen auf der Erde ableiten lässt.
„Wir haben oftmals kein Wissensproblem, aber ein Umsetzungsproblem."
Dr. Insa Thiele-Eich
Innovationen erleben, Kontakte knüpfen
Neben Keynotes und Panels bot die Innovationskonferenz viel Raum für konkrete Anwendungen und neue Ideen. Startup-Pitches, Technologie-Expo und Speeddating machten Innovationen sichtbar und schufen Möglichkeiten für neue Kontakte und Kooperationen zwischen Unternehmen, Forschung, Gesundheitsversorgung und weiteren Akteur*innen.
Gerade dieser Austausch über Branchen- und Institutionsgrenzen hinweg steht im Zentrum von Care for Sustainable Innovation. Neue Lösungen sollen dort entstehen, wo unterschiedliche Erfahrungen, Kompetenzen und Perspektiven aufeinandertreffen.
Gemeinsam „Prepared for Tomorrow“
Die Innovationskonferenz 2026 machte die Vielfalt der Kompetenzen in der Region Aachen sichtbar – von Medizin und Gesundheitsversorgung über KI, Robotik und Telemedizin bis hin zu Katastrophenschutz, Sicherheit und grenzüberschreitender Zusammenarbeit.
Die vielfältigen Beiträge, die anschließenden Gespräche und das große Interesse an Austausch und Vernetzung machten deutlich, wie viel Potenzial in der Verbindung von Wissenschaft, Wirtschaft, Gesundheitsversorgung, Technologie und Bevölkerungsschutz liegt. Die Innovationskonferenz 2026 hat damit nicht nur wichtige Impulse für eine resilientere Region gesetzt, sondern auch neue Kontakte, Ideen und Anknüpfungspunkte für die weitere Zusammenarbeit geschaffen.
Care for Sustainable Innovation ist ein Projekt der Partner: Region Aachen Zweckverband (RAZV), Stadt Aachen, StädteRegion Aachen, WFG für den Kreis Heinsberg mbH, Uniklinik RWTH Aachen, RWTH Aachen University, digitalHUB Aachen e.V., MA&T Sell & Partner GmbH, MedLife e.V. und AGIT MBH.
Das Innovationsprojekt Care for Sustainable Innovation treibt die digitale und nachhaltige Transformation der Gesundheitswirtschaft in der Region Aachen voran. Care for Sustainable Innovation wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE/JTF) und des Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes NRW gefördert und baut auf den Ergebnissen des EFRE-Projektes Care and Mobility Innovation auf.
Werkzeugmaschinenlabor WZL der RWTH Aachen, Wirtschaftsförderung Aachen
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