08.10.2026

5. Forum Nachhaltigkeit in Pflege & Gesundheit: Zukunft auf dem Teller

Wie kann die Speisenversorgung in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern nachhaltiger gestaltet werden, ohne Qualität, Wirtschaftlichkeit und Akzeptanz aus dem Blick zu verlieren?

Mit dieser Frage haben wir uns beim 5. Forum Nachhaltigkeit in Pflege und Gesundheit im Franziskusheim beschäftigt, das im Rahmen unseres Projekts Care for Sustainable Innovation (CSI) stattfand.

Unter dem Motto „Zukunft auf dem Teller“ kamen Vertreterinnen und Vertreter aus Pflege, Gesundheitswesen und Wirtschaft zusammen, um sich über praktische Ansätze für eine nachhaltigere Speisenversorgung auszutauschen.

Nach der Begrüßung durch Ralf Schimweg von MA&T Sell & Partner GmbH und Christian Schimmelpfennig, Geschäftsführer der Franziskusheim gGmbH, ging es zunächst um die Beschaffung. Christian Schmereim von der Meerx Connect GmbH erläuterte, wie bereits beim Einkauf Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigt werden können. Transparente Beschaffungsprozesse und Informationen zu den Nachhaltigkeitsmerkmalen einzelner Produkte schaffen dafür eine wichtige Grundlage und können bereits in die Speiseplanung einfließen.

Lebensmittelabfälle reduzieren: Erfahrungen aus der Praxis

Wie eine nachhaltigere Speisenversorgung im Einrichtungsalltag umgesetzt werden kann, berichtete Martin Pyka, Fachbereichsleiter Verpflegung der Franziskusheim gGmbH.

Ein wichtiger Ansatz ist dort die systematische Erfassung und Auswertung von Lebensmittelabfällen. Durch regelmäßiges Messen, Auswerten und anschließende Anpassungen der Arbeitsabläufe konnte die Franziskusheim gGmbH ihre Lebensmittelabfälle deutlich reduzieren. Die gewonnenen Daten helfen dabei, Ursachen zu erkennen und Prozesse in der Küche und Speiseplanung gezielt anzupassen.

Weitere Möglichkeiten bieten die regionale Beschaffung, ein geringerer Fleischanteil sowie optimierte Produktions- und Planungsprozesse. Auch die Mitarbeitenden spielen dabei eine wichtige Rolle, denn viele Veränderungen müssen im täglichen Arbeitsalltag umgesetzt werden.

Künstliche Intelligenz bei der Analyse von Speiseabfällen

Kai Nattkamp von der Procuratio GmbH stellte eine KI-basierte Analyse von Speiseabfällen vor. Lebensmittelreste können damit systematisch erfasst und ausgewertet werden. Die Daten helfen dabei, Muster zu erkennen und genauer zu prüfen, an welchen Stellen sich Mengen, Planung oder Abläufe anpassen lassen.

In der anschließenden Diskussion tauschten sich die Teilnehmenden darüber aus, wie digitale Lösungen sinnvoll in bestehende Prozesse eingebunden werden können. Dabei ging es auch um die Frage, wie sich die gewonnenen Erkenntnisse konkret für Einkauf, Speiseplanung und Küchenorganisation nutzen lassen.

Gemeinsam an nachhaltigen Lösungen arbeiten

Das 5. Forum Nachhaltigkeit in Pflege und Gesundheit bot Gelegenheit, Erfahrungen aus der Praxis auszutauschen und verschiedene Ansätze für eine ressourcenschonendere Speisenversorgung kennenzulernen. Die Beiträge reichten von nachhaltiger Beschaffung und Speiseplanung über die Reduzierung von Lebensmittelabfällen bis hin zum Einsatz digitaler und KI-gestützter Anwendungen.

Ein herzlicher Dank gilt allen Teilnehmenden, die mit ihren Erfahrungen, Fragen und Perspektiven zu dem offenen und praxisnahen Austausch beigetragen haben. Besonders bedanken wir uns bei der Franziskusheim gGmbH für die Gastfreundschaft und die wertvollen Einblicke in die eigene Praxis.

Wir freuen uns darauf, den Austausch im Rahmen von Care for Sustainable Innovation fortzuführen, voneinander zu lernen und gemeinsam an praxistauglichen Lösungen für mehr Nachhaltigkeit im Gesundheitswesen zu arbeiten.

Care for Sustainable Innovation ist ein Projekt der Partner: Region Aachen Zweckverband (RAZV), Stadt Aachen, StädteRegion Aachen, WFG für den Kreis Heinsberg mbH, Uniklinik RWTH Aachen, RWTH Aachen University, digitalHUB Aachen e.V., MA&T Sell & Partner GmbH, MedLife e.V. und AGIT MBH.

Das Innovationsprojekt Care for Sustainable Innovation treibt die digitale und nachhaltige Transformation der Gesundheitswirtschaft in der Region Aachen voran. Care for Sustainable Innovation wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE/JTF) und des Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes NRW gefördert und baut auf den Ergebnissen des EFRE-Projektes Care and Mobility Innovation auf.

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Werkzeugmaschinenlabor WZL der RWTH Aachen, Wirtschaftsförderung Aachen

 

 

 

Ansprechpartner*in

Nural Janho
Team Gesundheitswirtschaft
+49 (0)241 927 8721-82

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