01.06.2021

Eine Ausbildung in Teilzeit als Türöffner in die Arbeitswelt

3 Fragen an Marion Klein-Bojanowski, Projektleiterin TEP, low-tec Düren

Vor allem junge Menschen mit Familienverantwortung haben es oft schwer, den Start in die Berufswelt mit den Anforderungen des Familienlebens zu vereinbaren. Gerade während der Corona-Pandemie mit wiederkehrenden Schulschließungen und Einschränkungen in der Kinderbetreuung kann eine Ausbildung in Teilzeit ein Türöffner in die Arbeitswelt sein. Anlässlich des Workshops „Chancen durch Teilzeitberufsausbildung & TEP NRW“ am 15.06.2021 sprach die Regionalagentur Region Aachen mit Marion Klein-Bojanowski, Projektleiterin KuBIG des Bildungsträgers low-tec Düren.

 

 

Regionalagentur: Für wen ist eine Ausbildung in Teilzeit interessant?

Marion Klein-Bojanowski: Für Frauen und Männer, vor allem junge Menschen, die Familienverantwortung und meist Kinder im Alter von 3 bis 14 Jahren haben. Aber auch für Menschen die wegen der Pflege von Angehörigen zeitlich eingeschränkt sind. In der Regel ist es ihnen nicht möglich an einer „Vollzeitausbildung“ von morgens 08:00 bis abends 17:00 Uhr teilzunehmen.

 

Regionalagentur: In welchen Berufen kann ich mich in Teilzeit ausbilden lassen?

Marion Klein-Bojanowski: Prinzipiell ist eine Teilzeitausbildung in allen dualen Ausbildungsberufen möglich. Das ist zum Beispiel die Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten, zur Friseurin, zur Personaldienstleistungskauffrau/-mann, zur Bürokauffrau/-mann, zur Kauffrau/-mann für Spedition und Logistikdienstleistung, zur Elektroniker/in, zur Anlagenmechaniker/in etc. Aber es werden auch Teilzeitausbildungen im Pflegebereich angeboten, hier jedoch verlängert sich die Ausbildungszeit, je nach Kursangebot, von drei auf vier oder maximal fünf Jahre.

 

Regionalagentur: Für die Bewerber*innen ist es oft schwer verschiedene Anforderungen an Sie wie Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Was kann hier helfen?

Marion Klein-Bojanowski: Helfen kann hier auf jeden Fall erst einmal ein Gespräch mit einer unterstützenden Person oder einer Gruppe von Menschen, die das gleiche Ziel haben. Es sollten alle wichtigen Bereiche angeschaut werden, die ausschlaggebend sind für die erfolgreiche Umsetzung einer Teilzeitausbildung. Das bedeutet, es muss ein Betrieb gefunden werden, der eine Teilzeitausbildung anbietet. Die Kinderbetreuung muss sichergestellt und Netzwerke aufgebaut werden, wenn die Betreuung einmal ausfällt, damit ein Plan B und C existiert. Die Berufsschule muss über die Teilzeitausbildung in Kenntnis gesetzt werden. Und natürlich sollte die Frage der Finanzierung angeschaut werden: Kann ich mit der Ausbildung in Teilzeit meinen Lebensunterhalt sichern? Unterstützung bietet beispielsweise das Programm „Teilzeitberufsausbildung – Einstieg begleiten – Perspektiven öffnen“ (TEP) des Landes NRW, in dem die Teilnehmer*innen Hilfe bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz in Teilzeit erhalten.

 

Die Regionalagentur Region Aachen lädt am Dienstag, 15. Juni 2021, von 10:00 bis 12:00 Uhr zur digitalen Veranstaltung Chancen durch Teilzeitberufsausbildung und TEP via Zoom ein. Die Veranstaltung richtet sich an Multiplikator*innen, die sich über die Möglichkeiten der Teilzeitausbildung für alle und das Förderprogramm Teilzeitausbildung – Einstieg begleiten – Perspektiven öffnen (TEP) des Arbeitsministeriums NRW informieren möchten. Bitte nutzen Sie unser Online-Anmeldeformular.

Mehr Informationen zur Teilzeitberufsausbildung finden Sie auch unter: https://regionaachen.de/Teilzeitberufsausbildung

Ansprechpartner*in

Katja Elisa Heßeler
Team Kompetenzzentrum Frau und Beruf
+49 241 927 8721-31

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