Wie können steigende Verteidigungsausgaben neue Impulse für regionale Entwicklung, Innovation und Beschäftigung setzen? Diese Frage stand im Mittelpunkt des OECD-Workshops „Defense, Skills and Place: Unlocking Regional and Local Development Opportunities“ am 28.05.2026 in Maastricht. Vor dem Hintergrund zunehmender geopolitischer Spannungen wurde deutlich: Investitionen im Verteidigungsbereich können weit über sicherheitspolitische Fragen hinauswirken und neue Chancen für Regionen, Unternehmen und Fachkräfte eröffnen.
Vertreterinnen und Vertreter aus acht verschiedenen OECD- und EU-Mitgliedsländern brachten ihre Perspektiven ein und zeigten, wie unterschiedlich Regionen auf diese Entwicklungen vorbereitet sind. Entscheidend sind dabei lokale Voraussetzungen: vorhandene Kompetenzen, leistungsfähige Infrastrukturen, starke Netzwerke zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung sowie die Fähigkeit, neue Anforderungen aus einem streng regulierten Sektor schnell in regionale Strategien zu übersetzen.
Ein besonderer Fokus lag auf den Themen Fachkräfte, Qualifizierung und industrielle Transformation. Denn neue Märkte und technologische Entwicklungen schaffen nicht nur zusätzliche Nachfrage, sondern verändern auch Kompetenzprofile. Aus- und Weiterbildung, Upskilling und Reskilling sowie die bessere Verzahnung von Universitäten, Unternehmen und öffentlichen Akteuren auf der Nachfrageseite wurden als zentrale Hebel benannt, um Wachstum nachhaltig und breit wirksam gestalten zu können.
Für die Region Aachen und den gesamten Grenzraum der Euregio Maas-Rhein ergeben sich daraus eine Menge Chancen. Mit ihrer starken Wissenschaftslandschaft und Technologieorientierung, innovativen Unternehmens und Start Up Szene, grenzüberschreitenden Netzwerken und industriellen Kompetenzen im Strukturwandel verfügt die Region über wichtige Voraussetzungen, um sich in diesem dynamischen Umfeld zukunftsorientiert zu positionieren. Sicherheitsrelevante Innovationen, Dual-Use-Technologien und neue Qualifizierungsansätze bieten die große Chance, regionale Wertschöpfung zu stärken, Fachkräfte zu sichern und die Euregio als resilienten Innovationsraum weiterzuentwickeln.