2. Fachkonferenz des Revierknotens "Innovation und Bildung" in Jülich

Regionalmanagement

Weiter ging's auf dem Weg zum Wirtschafts- und Strukturprogramm für das Rheinische Revier: Am 25. Oktober kamen im Science College Jülich 140 Teilnehmer*innen zur zweiten Fachkonferenz des Revierknotens "Innovation und Bildung" zusammen. In vier Arbeitsgruppen wurde motiviert zu den Themen und Handlungsfeldern dieses Revierknotens gearbeitet.

 

„Wir schaffen es, dass die Menschen von heute vorbereitet sind, die Arbeit von morgen machen zu können,“ erklärte die Revierknotenvorsitzende “ Prof. Dr. Christiane Vaeßen (Geschäftsführerin des Region Aachen Zweckverbands) zum Start der zweiten Fachkonferenz „Innovation und Bildung“. Das Ziel: „Wir realisieren die Innovation- und Learning Factory im Rheinischen Revier bis zum Jahr 2025.“ Dazu wurden von etwa 140 Fachleuten aus dem Rheinischen Revier im Science College Overbach in Jülich-Barmen weitere konkrete Überlegungen angestellt.

Prof. Dr. Christiane Vaeßen (Revierknotenvorsitzende)             

 

Wie die Innovation- und Learning Factory im Rheinischen Revier konkret aussehen könnte, dazu trugen die Teilnehmenden ihre Ideen in den vier Arbeitsgruppen „Produktion“, „Digitalisierung“, „Gesundheit/Life Science“ sowie „Energie/Mobilität/Bioökonomie“ zusammen. Es wurde erarbeitet, welche spezifische Innovations- und Bildungsthemen weiterentwickelt werden müssen und wo konkreter Handlungsbedarf besteht.

Wichtig sei, bei den Menschen im Rheinischen Revier ein Bewusstsein und eine Motivation dafür zu schaffen, dass Lernen sie persönlich weiterbringt. Dafür müsse man in die Betriebe, aber auch zu den Bürgerinnen und Bürgern gehen und zahlreiche Gespräche führen, betonten die Teilnehmenden.

In der Gewichtung der Arbeitsergebnisse erzielten einige Ziele und Vorhaben besonders hohe Zustimmungswerte. Dazu gehören etwa die Vermittlung von Schnittstellenkompetenz in der Ausbildung und die Förderung außerschulischer Lernorte. Es würden neue Ausbildungsberufe für neue Technologien benötigt. Reallabore in den Bereichen Künstliche Intelligenz oder Quantentechnologie erhielten ebenso hohe Präferenzwerte wie die themenübergreifende Aus- und Weiterbildung, vor allem auch im Handwerk. Eine »Innovationakademie Mittelstand« werde benötigt, hieß es. Der Wunsch, den Forschungscampus der RWTH Aachen für Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU) zu öffnen, fand breite Unterstützung. Im Bereich Gesundheit würden mehr Innovationshubs für Start-Up-Ausgründungen benötigt, erklärten die Fachleute. Außerdem sollten die Chancen des Zukunftsfelds Personalisierte Medizin für die Entwicklung des Rheinischen Reviers genutzt werden.

Impulsreferent Dr. Friedrich Dornbusch (Fraunhofer-Zentrum für Internationales Management und Wissensökonomie)

 

Ein klares Bild der Zukunft zu haben ist oft wichtiger als schon zu Beginn den genauen Weg zu wissen – diese Erfahrung vermittelte Dr. Friedrich Dornbusch vom Fraunhofer-Zentrum für internationales Management und Wissensökonomie in Leipzig in seinem Impulsvortrag. Die Mobilisierung der lokalen Akteure - insbesondere auch der regionalen Unternehmen - ist von zentraler Bedeutung: Ihre Ideen, ihr Kontextwissen und ihr Engagement ist entscheidend für die Legitimation, Akzeptanz und Passgenauigkeit von Maßnahmen des Strukturwandels, erklärte Dornbusch. Er plädierte dafür, beim Strukturwandel sowohl auf bestehende Ressourcen zurückzugreifen, etwa durch Umnutzungen, als auch für externes Wissen offen zu sein. Alle Beteiligten benötigten einen langen Atem und eine hohe Lernbereitschaft.

Prof. Dr. Christiane Vaeßen erläuterte, dass die Arbeitsergebnisse nun in den Entwurf der ersten Fassung des Wirtschafts- und Strukturprogramms (Entwurf WSP 1.0) der Zukunftsagentur für das Rheinische Revier einfließen, das zur nächsten Revierkonferenz am 13. Dezember 2019 vorliegen wird.

 

Über die Zukunftsagentur

Die Zukunftsagentur Rheinisches Revier ist ein Instrument des Landes NRW und der Region zur Steuerung des Strukturwandels im Rheinischen Revier. Sie entwickelt Leitbilder, Innovationsstrategien und Handlungskonzepte und unterstützt den Strukturwandel durch Initiierung und Durchführung von Projekten. Ziel ist die Entwicklung und Beförderung eines konkreten und unmittelbar handlungsrelevanten Umsetzungskonzepts für den regionalen Transformationsprozess. Hierfür arbeitet die Zukunftsagentur eng mit ihren Partnern aus der Wissenschaft, der Wirtschaft, der Politik und den Verbänden innerhalb und außerhalb der Region zusammen. https://www.rheinisches-revier.de/

 

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