Hayya! - Geschichten spielen, Deutsch lernen

Pädagogische Materialien zum Deutschlernen

Mit dem Projekt „Hayya! – Geschichten spielen, Deutsch lernen“ wurde ein Format entwickelt, das Kindern aus dem arabischsprachigen Raum eine erste spielerische Begegnung mit der deutschen Sprache ermöglicht. Das Lernmaterial orientiert sich am Mutterspracherwerb und stützt sich auf die guten Erfahrungen des Projekts Linguacluster. Hierbei wurden Kindern aus der Euregio Maas-Rhein erste Einblicke in die Sprachen der Nachbarländer vermittelt.

Hayya umfasst zehn kleine Alltagsgeschichten, die nicht vorgelesen, sondern mittels Gestik und Mimik nachgespielt und gesprochen werden. In einer Erstauflage wurden 2.500 Hefte gedruckt und kostenlos an pädagogische Einrichtungen und Unterrichtende verteilt. Für die Kinder selbst wurde zusätzlich ein kindgerecht gestaltetes Ausmalbuch entwickelt, das rund 100 deutsche und arabische Wörter aus der Broschüre aufgreift.

Inzwischen sind 2.000 Exemplare der Lehrhefte an Schulen, NGOs und ehrenamtlich Tätige verteilt worden. Um die Methode für das frühe Fremdsprachenlernen zu veranschaulichen, bietet das Team "Bildung" Workshops an. Infolge des großen Interesses am Lernmaterial wurde es auch für den niederländischsprachigen Raum adaptiert und übersetzt. Inzwischen wird es im niederländischen Süd-Limburg für arabischsprachige Kinder von Geflüchteten eingesetzt, denen so eine erste Begegnung mit der Landessprache ermöglicht werden soll.

Aufgrund seines außergewöhnlichen Erfolgs wurde das Projekt 2017 von der Europäischen Kommission mit dem Europäischen Sprachensiegel ausgezeichnet.

 

„Hayya“ bereichert den Unterricht
 
Ein Interview mit Julia Lemm, Lehrerin an der Annaschule in Aachen und Fachberaterin in der StädteRegion für Deutsch als Fremdsprache. Sie nutzt „Hayya“ im Deutsch-Intensivkurs.
 
Wo und wie wird Hayya an der Annaschule eingesetzt?
Im Rahmen des Deutsch-Intensivkurses. Das ist eine Förderklasse, in der Grundschulkinder verschiedenen Alters drei Tage pro Woche Deutsch lernen. Hayya verwende ich für die ganze Gruppe. Dabei differenziere ich: Manche Kinder malen die Bilder aus, andere schreiben neue Vokabeln auf oder ab, wieder andere dürfen selbst kurze Ausschnitte der Geschichte vorlesen.
 
Warum funktioniert gerade diese Methode bei den Kindern so gut?
Die Geschichten sind nah an der Realität der Kinder und sprachlich so gehalten, dass auch Kinder sie verstehen, die noch wenig Deutsch sprechen. Die Bewegungen helfen natürlich beim Verständnis. Die Kinder, die Arabisch lesen können, freuen sich über das kleine Vokabelheft. Alle Kinder malen die Bilder gern aus, manche erweitern das Vokabelheft selbstständig.
 
Es gibt einen arabischen Einführungssatz, den Sie als Pädagogin vorlesen. Wie klappt das?
Es sorgt für große Erheiterung bei den Schülerinnen und Schülern. Nicht alle verstehen, was ich da „radebreche“, deshalb lasse ich meist ein älteres Kind zusätzlich den arabischen Einführungssatz vorlesen. Da nicht alle Kinder der Lerngruppe Arabisch sprechen, nimmt das nur einen kleinen Teil des Unterrichts ein. Die arabischsprachigen Kinder freuen sich aber sehr darüber.
 
Julia Lemm
Fachberaterin für DaZ in der Primarstufe - Städteregion Aachen

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Dennewartstraße 25-27
52068 Aachen

Ansprechpartnerin

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Team Bildung
Telefon: +49 241 963-1952
Mail: valsamidou@regionaachen.de

 

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