Begas Haus

Bilder für Jedermann

Schon in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich besonders in Deutschland ein regelrechtes Marketing in der bildenden Kunst. Motive, die in vorherigen Zeiten Adel, gehobenem Bürgertum oder Museen vorbehalten waren, wurden  – von den Künstlern autorisiert –  in vielfältiger Weise reproduziert. Das geläufigste Medium zur Verbreitung und Popularisierung von Werken war die Illustrationsgrafik. Oft prächtig gerahmt dienten die Stiche der Ausschmückung des trauten bürgerlichen Heims. Die großen Erfolgsbilder der Genremalerei des 19. Jahrhunderts fanden aber auch auf anderen Materialien weite Verbreitung, insbesondere auf Porzellan und Lackwaren. Die Produktionslisten namhafter Manufakturen, wie etwa die Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin (KPM) und die Lackmanufaktur Stobwasser in Braunschweig, spiegelten die größten Erfolge der Malerei. Tassen, Teller, Pfeifenköpfe, Etuis, Tabakdosen und Tabletts sind nur eine kleine Produktauswahl, die sich in den bürgerlichen guten Stuben zum Teil bis weit in das 20. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und so letztlich über Generationen hinweg viele Bildmotive unvergesslich machten.

Das BEGAS HAUS – Museum für Kunst und Regionalgeschichte Heinsberg widmet diesem spannenden Aspekt der Kunst- und Wirtschaftsgeschichte in seinem Themenrundgang eine eigene Abteilung am Beispiel der malerischen Werke von Carl Joseph Begas d. Ä. (Heinsberg 1794 – 1854 Berlin). Nicht zuletzt hat auch die massenhafte Verbreitung seiner berühmtesten Gemälde, wie z. B. „Die Lureley“ aus dem Jahr 1835, dazu beigetragen, dass er sowohl zu Lebzeiten als auch über seinen Tod hinaus als einer der prägendsten deutschen Künstler des 19. Jahrhunderts gefeiert wurde.

www.begas-haus.de