„Velocity Aachen“ ist offizieller Vorreiter der KlimaExpo.NRW

Der „Aachener Kessel“ mutet Radfahrern Höhenunterschiede zwischen 140 und 360 Metern zu. Kein Wunder also, dass das Fahrrad hier nie das beliebteste Alltagsgefährt war. 2013 trat eine studentische Initiative der RWTH Aachen an, ein E-Bike-Verleihsystems zu entwickeln. 2014 wurde aus
der Initiative ein Unternehmen und seit 2016 startet das Projekt Velocity Aachen durch, um einen klimafreundlichen Stadtverkehr zu fördern. Aus diesem Grund gehört das Projekt ab sofort zu den Vorreitern im Klimaschutz, die die KlimaExpo.NRW in ihrer landesweiten Leistungsschau präsentiert.
NRW-Verkehrsminister Michael Groschek übergab heute die offizielle Urkunde an Dennis Brinckmann, Geschäftsführer Velocity Aachen.

Noch als Studenten analysierten die beiden Gründer Dennis Brinckmann und Tobias Meurer die Verkehrssituation in der Stadt und entwickelten die Vision für Velocity Aachen. Aufgrund der Topographie der am Rande der Eifel gelegenen Hochschulstadt war schnell klar, dass ein Fahrradverleihsystem
mit Elektrofahrrädern angelegt werden sollte. Das Projekt soll allen Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit geben, ein E-Bike zu nutzen, damit besonders dynamisch und klimafreundlich in der Stadt unterwegs zu sein und den innerstädtischen Verkehr zu entlasten. Die Räder „tanken“ dabei
ausschließlich Ökostrom der Stadtwerke Aachen AG (STAWAG). Damit leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und wurde daher heute von der KlimaExpo.NRW als qualifiziertes Projekt in die Themenwelt „Mobilität gestalten“ aufgenommen. „Das Projekt hat Vorreiterfunktion, weil es das Thema Elektromobilität weiter vorantreibt. Den Gründern überreiche ich heute sehr gerne die Urkunde zur Aufnahme in die KlimaExpo.NRW und hoffe, dass sie andere Menschen mit ihrer Idee anstecken“, sagt NRW-Verkehrsminister Michael Groschek.

Günstiges Verleihsystem fördert Klimaschutz und Lebensqualität

An 20 Leihstationen können die Bürgerinnen und Bürger aktuell auf rund 100 Räder zurückgreifen. Auf bis zu 100 Stationen und 1.000 E-Bikes soll das Projekt noch ausgebaut werden. Das Verleihsystem wird das Stadtgebiet dann so umfassend abdecken, wie kaum ein anderes System in deutschen
Städten. Dabei wird es ähnlich funktionieren wie die etablierten Bikesharing-Programme und auch nicht viel teurer sein: Mit Kosten ab monatlich 6,50 Euro im Jahresabo ist die Ausleihe für Elektrofahrräder sehr günstig. „Mit Velocity zeigen wir, dass Komfort und Klimaschutz Hand in Hand gehen.
Eine flexible und umweltfreundliche Mobilität macht die Stadt noch lebenswerter“, sagt Dennis Brinckmann, Geschäftsführer Velocity Aachen.

Zusätzlich profitiert auch die Wissenschaft von den Erfahrungen mit Velocity: Das Projekt beteiligt sich am Forschungsprojekt EMOVE der RWTH Aachen University, der FH Aachen und der Stadt Aachen sowie weiterer Partner. Hier werden E-Mobilitätsflotten, -stationen und -verbünde analysiert.

Schon jetzt Teil der Stadt

Velocity soll eine wichtige Rolle für die innerstädtische Mobilität spielen und ist Teil des großen Plans „Aachen goes Elektro“. Die Stadt Aachen hat die Gründung der Gesellschaft unterstützt und Velocity offiziell die Aufgabe des Aufbaus eines E-Bike-Verleihsystems übergeben. Auch in der Öffentlichkeit
wird das Projekt sehr intensiv wahrgenommen und begleitet: Die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Aachen sind beispielsweise in die Standortplanung für die Verleihstationen eingebunden. „Elektromobilität ist in Aachen ein wichtiges Thema für die Zukunft, das durch Velocity einen enormen Schwung erhalten hat. Das Projekt ist eine Bereicherung für unsere Stadt und wir freuen uns über das Engagement, das wir gerne weiter unterstützen“, sagt Hilde Scheidt, stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Aachen.