Drei Fragen an Judith Klups, Referentin bei Parents@work am 14.09 in Aachen

Am 14. September organisiert das Kompetenzzentrum Frau und Beruf des Region Aachen Zweckverband mit der Stadt Aachen ein Business-Frühstück zum Thema „Parents@work – echte Flexibilisierung dank Digitalisierung?“ Referentin Judith Klups, Partnerin bei der Zukunftsagenten GmbH,  hat dem Kompetenzzentrum Frau und Beruf im Vorfeld drei Fragen beantwortet:

 

  • Was kommt mit der Digitalisierung auf kleine und mittelständische Unternehmen zu und warum müssen auch sie Arbeit neu denken? Die Arbeitswelt befindet sich in einem fundamentalen Wandel. Der Grund hierfür lässt sich in einem Wort zusammenfassen: Digitalisierung. Sie verändert alles: unsere Art zu arbeiten, zu leben, zu kommunizieren, zu konsumieren, zu führen und zu vermarkten. Schauen wir konkret auf die Arbeitswelt, wird schnell klar, wie einschneidend, unaufhaltsam und unwiderruflich die Veränderungen schon jetzt sind. Kleine und mittelständige Unternehmen müssen sich strukturiert und individuell mit dem Thema auseinanderzusetzen und analysieren, welchen Einfluss die Digitalisierung jetzt und in Zukunft auf das eigene Unternehmen hat. Denn sie birgt vor allem eine große Chance: sich zukunftsgerichtet aufzustellen, Innovationsführer und ein attraktiver Arbeitgeber zu sein.

 

  • Vereinbarkeit ist insbesondere für Eltern in den ersten drei Lebensjahren ihres Kindes ein wichtiges Thema. Wie kann Digitalisierung hierzu beitragen? Wir müssen Arbeit komplett neu denken, nur so werden wir „echte“ Vereinbarkeit erreichen, die Digitalisierung liefert uns hierfür einen wesentlichen Baustein: Dank ihr muss Arbeit kein Ort mehr sein, an den man(n) geht, sie kann zu flexiblen Zeiten stattfinden und dort, wo ich bin. Das gilt natürlich nicht für alle Tätigkeiten gleichermaßen, wir müssen jedoch den Mut haben, alle Aufgaben zu hinterfragen sowie die Bereitschaft, zum Beispiel genau für die drei ersten Lebensjahre der Kinder andere Arbeitsmodelle zu realisieren. So könnten die Aufgaben für diese Zeit so verändert werden, dass sie individueller und flexibler erledigt werden können, sowohl in Zeit als auch in Raum. Es wäre z.B. denkbar, ein bestimmtes Stundenkontingent fest zu haben und weitere Stunden – ähnlich wie ein Freiberufler – projektbezogen zu arbeiten.

 

  • Homeoffice, Vertrauen und Kontrollverlust – Muss sich da unter Umständen die Unternehmenskultur wandeln? Absolut! Solange alle vor Ort sind, geben sich viele Führungskräfte einer Illusion hin: Wer da ist, der arbeitet. Wenn jemand von zuhause aus arbeitet, muss ich mich fragen: Vertraue ich der Person wirklich? Das Fazit ist erschreckenderweise sehr häufig ein nein. Kontrolle ist doch nichts anderes als ein Ausdruck fehlenden Vertrauens. Neulich habe ich mich mit einem Geschäftsführer unterhalten, der felsenfest davon überzeugt war, man müsse seine Mitarbeiter/innen eben doch kontrollieren. „Warum?“, habe ich gefragt. Die Antwort: „Weil die sonst doch machen, was sie wollen.“ Richtig, und im Idealfall wollen sie das machen, wofür sie bezahlt werden – aber dafür müssen sie motiviert sein, sich wohlfühlen und Vertrauen geschenkt bekommen.

Das Gespräch mit Judith Klups führte Marena Ostermann.

Diskutieren Sie mit bei „Parents@work – Echte Flexibilisierung dank Digitalisierung?“

Am Donnerstag, 14. September 2017, 09:30 – 12:00 Uhr

Dean & David Aachen,

Friedrich Wilhelm Platz 12, 52062 Aachen

Anmeldung bis 7. September unter info@regionaachen.de